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{"id":3344,"date":"2016-12-03T17:52:02","date_gmt":"2016-12-03T15:52:02","guid":{"rendered":"http:\/\/schrauberlaube.de\/?page_id=3344"},"modified":"2018-01-09T09:29:09","modified_gmt":"2018-01-09T07:29:09","slug":"18-vw-t3-gummilager-hinterachse-wechseln","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/schrauberlaube.de\/?page_id=3344","title":{"rendered":"18-VW T3 Gummilager Hinterachse wechseln"},"content":{"rendered":"<p>Und heute: Alle Arbeiten zum Austausch der Gummilager an der Hinterachse, also die 4 Lager an der Schwinge, am VW Bus T3 (2WD) in der &#8222;quick\u00b4n\u00b4dirty&#8220;-Version, ohne Demontage der Achsschwingen.<\/p>\n<p>Ich habe mich wegen des deutlich einfacheren Einbaus f\u00fcr die PU-Lager entschieden, auch wenn diese deutlich teurer sind. An unserer Doka habe ich &#8222;normale&#8220; Lager genommen, da hatte ich aber auch die Schwingen sch\u00f6n sauber ausgebaut auf der Werkbank liegen. Hier bei Dumbo hatte ich einfach keine Lust alles auseinander zu nehmen und es geht tats\u00e4chlich auch, ohne die Schwingen, Federn oder D\u00e4mpfer ausbauen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Man braucht f\u00fcr die Arbeiten einen (besser zwei) Wagenheber, einen vern\u00fcnftigen Unterstellbock, einen Standardwerkzeugsatz, eine elektrische S\u00e4ge mit mehreren! Metalls\u00e4gebl\u00e4ttern (alternativ eine Flex oder eine Eisenb\u00fcgels\u00e4ge), einen Drehmomentschl\u00fcssel, m\u00f6glichst gro\u00dfe 19er Schl\u00fcssel, etwas Gewindestange M12 (gute Qualit\u00e4t und Festigkeit), ein paar Unterlegscheiben in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen, ein St\u00fcck Rohr, nat\u00fcrlich den Satz PU-Lager, sowie die 4 Schrauben, Muttern und 8 Unterlegscheiben (diese habe ich zusammen mit den PU-Lagern bei Thomas Koch bestellt). Die Arbeiten sind an einem Samstag zu schaffen, sofern man die n\u00f6tige Geduld hat \ud83d\ude09 . Ich habe 3 Stunden f\u00fcr die linke Seite gebraucht, wobei nat\u00fcrlich wieder etwas Zeit f\u00fcrs Fotografieren drauf gegangen ist, die rechte Seite hatte ich in 1,5 Stunden wieder zusammen. Etwas Farbe, Unterbodenschutz und \/ oder Rostschutzkram kann man auch gerne parat haben.<\/p>\n<p>Des Weiteren k\u00f6nnen nat\u00fcrlich bei der Aktion auch noch ein paar Entrostungsarbeiten gemacht werden, aber dann macht es eher Sinn die Schwingen komplett auszubauen und einmal das Radhaus und die Schwingen ordentlich zu entrosten und ggf. neu zu lackieren und zu sch\u00fctzen. Ich habe einfach die bearbeiteten Stellen im Anschluss mit Permafilm gesch\u00fctzt, irgendwann ist der Unterboden von Dumbo ohnehin mal komplett dran.<\/p>\n<p>Im Prinzip ist das ganze vom Arbeitsablauf recht einfach:<\/p>\n<p>1. Fahrzeug aufbocken, Rad runter, Fahrzeug sicher abst\u00fctzen, Achsschwinge mit einem Wagenheber im vorderen Bereich unterst\u00fctzen und am besten noch einen zweiten Wagenheber im Bereich der D\u00e4mpferaufnahme untersetzen<\/p>\n<p>2. Lage der Schrauben an der Karosserie markieren, Schrauben der beiden Lager l\u00f6sen und entnehmen<\/p>\n<p>3. Die Schwinge ablassen (keine Angst, die Schwinge kommt nicht sofort rausgeflutscht \ud83d\ude09 ), soweit ablassen, dass das Lager der Au\u00dfenseite frei liegt<\/p>\n<p>4. Das \u00e4u\u00dfere Lager auspressen, Schwinge mit dem Wagenheber wieder anheben, mit einer alten Schraube die Au\u00dfenseite wieder an der Karosserie &#8222;aufh\u00e4ngen&#8220; (siehe Bilder)<\/p>\n<p>5. Schwinge ablassen, die Innenseite herunterdr\u00fccken<\/p>\n<p>6. Das innere Lager auspressen, das neue Lager einpressen, Schwinge wieder anheben und Schraube einf\u00e4deln (evtl. die Schwinge mit etwas \u00dcberzeugung -Hammer oder Kuhfu\u00df- in Position dr\u00fccken)<\/p>\n<p>7. Provisorische Schraube an der Au\u00dfenseite entfernen und Schwinge wieder ablassen<\/p>\n<p>8. \u00c4u\u00dferes neues Lager einpressen, Schwinge wieder anheben, Schraube einf\u00e4deln<\/p>\n<p>9. Achsschwinge, nach vorher gemachten Markierungen, in den Langl\u00f6chern ausrichten, Schrauben handwarm anziehen<\/p>\n<p>10. Schwinge im Bereich der D\u00e4mpferaufnahme soweit hoch dr\u00fccken, dass der Sto\u00dfd\u00e4mpfer weitestgehend in &#8222;Normalstellung&#8220; ist (zu erkennen am sauberen \/ dreckigen Bereich am D\u00e4mpfer) und die Schrauben mit 100 Nm festziehen (alternativ die Schraubern erst richtig festziehen, wenn der Wagen wieder auf den Reifen steht)<\/p>\n<p>11. Rad aufschrauben, Fahrzeug abbocken und sich freuen ;).<\/p>\n<p>Leider ist es bei den alten Lagern meist nicht so einfach gemacht wie geschrieben&#8230; h\u00e4ufig sind die Schrauben in den Metallh\u00fclsen der Gummilager festgerostet und lassen sich nicht mehr entnehmen. In diesem Fall hilft tats\u00e4chlich nur durchtrennen. Mit einer Flex kommt man schwer dran und die Gefahr, dass die Flex verkantet und einem um die Ohren fliegt ist auch nicht zu untersch\u00e4tzen. Mit einer Eisenb\u00fcgels\u00e4ge geht es zwar, dauert aber eine Ewigkeit und das Fitnessstudio kann man sich auch sparen&#8230; Ich habe gl\u00fccklicherweise eine Tigers\u00e4ge, damit geht es recht passabel, kostet allerdings recht viele S\u00e4gebl\u00e4tter, die Schraube samt H\u00fclse, welche durchges\u00e4gt werden muss, ist nicht aus Blech \ud83d\ude09 .<\/p>\n<p>Bei mir waren gl\u00fccklicherweise auf beiden Seiten nur die \u00e4u\u00dferen Schrauben festgegammelt, innen konnte ich tats\u00e4chlich die Schrauben entnehmen. Der erste Versuch mit dem Schlagschrauber au\u00dfen zeigte gleich mal was Sache ist, die Mutter konnte ich mit Hammergewalt noch abschrauben, das half aber auch nicht weiter. Blieb also nur s\u00e4gen. Um anschlie\u00dfend das Lager aus der Schwinge zu bekommen, habe ich zun\u00e4chst den \u00e4u\u00dferen Wulst mit dem Drahtb\u00fcrstenaufsatz auf der Flex beseitigt und dann das Lager mit einem Holzbohrer im Gummibereich durchl\u00f6chert. Dann konnte das Lager herausgeschlagen werden. F\u00fcr Innen und f\u00fcr das Einziehen der neuen Lager habe ich ein St\u00fcck Gewindestange mit einem entsprechend dicken Rohrst\u00fcck und diversen Unterlegscheiben best\u00fcckt, damit konnte ich das Innere Lager auspressen (zuvor habe ich dort jedoch auch die Wulst entfernt).<\/p>\n<p>Die neuen Lager lassen sich mit der Gewindestange auch einziehen. Bei den PU-Lagern wird die Metallh\u00fclse erst nach dem Einsetzen des Gummilagers in die Schwinge mit einem Hammer eingesetzt, daher gehen die Gummilager recht leicht in die Schwinge. Konische Vorrichtungen und Einzugshilfen werden nicht ben\u00f6tigt. Das Lager verzieht sich beim Einsetzen etwas, aber wenn man stumpf weiter an der Schraube dreht, zieht sich die Wulst vom Lager irgendwann von alleine rein. Auf die letzten cm flutscht das Lager dann auch von allein in seine Position. Anschlie\u00dfend kann man die Metallh\u00fclse mit einem Hammer einsetzen. Etwas Flutschmittel (in meinem Fall WD40) kann bei dieser Aktion nicht schaden.<\/p>\n<p>Um die Schwinge wieder zu positionieren und die Schrauben wieder einzusetzen muss man mit dem Wagenheber immer wieder korrigieren, auch beim Ausbau muss man die Schwinge h\u00e4ufig hoch und runter kurbeln. Mit einem Kuhfu\u00df oder von hinten mit dem Hammer und einer Holzunterlage bekommt man die Schwinge aber recht problemlos wieder in die gew\u00fcnschte Position. Aufgrund des kurzen Bremsschlauches bleibt jedoch nicht wirklich viel Spielraum, es geht gerade so und auch nur, wenn man die Seiten nacheinander in Angriff nimmt und jeweils Innen bzw. Au\u00dfen abl\u00e4sst. Um die Innenseite so weit herunter zu bekommen, dass man am Lager arbeiten kann, muss man die Schwinge schon mit Gewalt herunterdr\u00fccken, ich habe einen Holzklotz zwischen Schwinge und Karosserie eingekeilt, damit ging es ganz gut.<\/p>\n<p>Hat man es schlie\u00dflich geschafft, die Schrauben einzusetzen, kann man die Schwinge in den Langl\u00f6chern ausrichten. Bei der Innenseite wird daf\u00fcr das Loch in dem Ansatzblech vorne an der Schwinge genutzt, Schraubenzieher durchstecken und in der Karosserie in ein entsprechende Loch f\u00fchren, jetzt kann man die Schwinge nach vorne oder hinten Hebeln und einstellen. An der Au\u00dfenseite ist ein Schlitz oberhalb des Lagers, durch diesen kann man ebenfalls mit einem Schraubendreher den Sturz einstellen und die Schwinge entsprechend kippen. Wenn man vorher gut markiert hat, dann braucht man m.E. nach nicht zwingend zu einer Achsvermessung, kann man aber vorsichtshalber nat\u00fcrlich machen.<\/p>\n<p>So ich glaube das war es erstmal, der Rest erkl\u00e4rt sich in den Bildern, denke ich.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall w\u00fcnsche ich alle Nachahmern viel Erfolg!<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und heute: Alle Arbeiten zum Austausch der Gummilager an der Hinterachse, also die 4 Lager an der Schwinge, am VW Bus T3 (2WD) in der &#8222;quick\u00b4n\u00b4dirty&#8220;-Version, ohne Demontage der Achsschwingen. Ich habe mich wegen des deutlich einfacheren Einbaus f\u00fcr die PU-Lager entschieden, auch wenn diese deutlich teurer sind. 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