27 – VW T3 fette Bremse – 312 er ATE 57 Bremsenumbau

Seien wir doch mal ehrlich, die Serienbremse ist mit einem voll beladenen Hochdachcamper auf der ein oder anderen Passstraße auf dem Weg nach unten doch mal überlastet 😉 . Wir haben zumindest schon ab und zu in Norwegen, Portugal, Griechenland oder Albanien die vorderen Scheiben ganz schön heiß gefahren… und ein gutes Gefühl hat man, wenn die 2,2 Tonnen einen die Serpentinen runter schieben, dann nicht mehr…

Serienbremse

Der Umbau auf den 10 Zoll Bremskraftverstärker (hier beschrieben) hat dem Gefühl etwas geholfen, der Bremse natürlich nicht, die bleibt eben unterdimensioniert… Lange Rede kurzer Sinn, eine stärkere Bremse musste her.

Umbau auf 312er Scheibe mit ATE57 Sattel

An dieser Stelle wieder einmal der Hinweis: Bitte schraubt nicht an der Bremsanlage, wenn Ihr es nicht könnt, oder es Euch nicht so richtig zutraut… sucht Euch Hilfe oder lasst Bitte die Finger weg… für alle anderen habe ich hier den Umbau auf die 312er Bremsscheibe vom Mercedes mit dem ATE 57 Sattel vom Audi und dem Adaptersatz von Epytec beschrieben.

Eine Eintragung beim Tüv steht noch aus und eine Testfahrt kann ich erst ab dem 01.03. vornehmen, wenn Dumbo wieder angemeldet ist. Es sieht aber so aus, als wenn es mit der Bremse etwas besser gehen wird 😉 .

So, dann kommen wir mal zum Umbau:

Vorweg die wichtigsten Infos: Es werden für den Umbau mindestens 16 Zoll Felgen benötigt (hatten wir ja nun schon) und die neue Bremsscheibe baut auf den Adapter rd. 6-8 mm auf, dadurch verbreitert sich die Spur und man muss schauen, ob man mit der Radabdeckung hin kommt. Wir hatten unsere Felgen bereits mit 15 mm Spurplatten eingetragen, also hab ich einfach neue 8 mm Platten bestellt, ich komme dann wieder auf 14 – 16 mm und habe keine Probleme mit meinen Felgen.

Dann muss das ganze natürlich vom TÜV abgenommen werden, der Adpatersatz von Epytec wird nur mit einem Festigkeitsgutachten geliefert, es muss also eine Einzelabnahme her. Auf der Seite von Epytec findet man Einbaupartner und TÜV-Stationen in der Nähe, an die kann man sich wenden (hab ich auch schon soweit vorbereitet und erste Kontakte geknüpft und Gespräche geführt, die Vorführung kommt dann noch im März, ich bin aber optimistisch 😉 ).

Als erstes besorgt man sich also mal den Adpatersatz von Epytec, darin enthalten sind zwei abgedrehte Bremsscheiben vom Bus, die zukünftig als Radlagergehäuse fungieren. Dann sind noch die beiden Adpater für den neuen Bremssattelhalter inkl. Schrauben und zwei Zentrierringe, um die neuen Bremsscheiben auf die Radlagergehäuse zu packen, im Set enthalten.

Epytec gibt auf der Homepage die Teilenummern der benötigten Bremssättel, der Halter (hier ist darauf zu achten, dass bei dem Umbau die Halter für die kleinere 288er Bremsscheibe zu bestellen sind, obwohl die 312er montiert wird), und der Bremsscheiben in der Artikelbeschreibung an, damit kann man dann schonmal anfangen.

Dann braucht man aber auch noch neue Bremsbeläge (Teilenummer in den Bilder), den Führungshülsensatz für die Bremssättel und die Halteklammern (beide Sätze zeige ich mit Teilenummern unten in den Fotos). Dann macht es auch Sinn sich neue Bremsschläuche zu besorgen, ich hab die passenden von Epytec bestellt, die kann man dann nämlich direkt in die Sättel schrauben und braucht nicht noch ein Stückchen Leitung mit dem zugehörigen Halter (den man dann auch noch besorgen müsste, als Gegenhalter zu den “alten” Schläuchen). Neue Radlager und Radlagerfett runden das Paket ab.

Außerdem hat Epytec freundlicherweise zwei Bohrungen in die Adpater gemacht, um die neue Bremsscheibe zu fixieren, dafür benötigt man zwei Linsenkopfschrauben (ich hab mir 2 Stück, M6 x 12 mm, Festigkeit 10,9 besorgt, auch in den Fotos zu sehen).

Das übliche wie Bremsenreiniger, Schraubensicherung, Bremsflüssigkeit, Kabelbinder, Lappen, Werkzeug, etc. kommt dann auch noch dazu (ich hatte z.b. keine 10er Inbus und Torx 40 Nüsse).

Teile, Teile, Teile

Also nochmal als Liste:

Adaptersatz 312er ATE 57 Bremsenumbau VW T3 von Epytec, Bremssattelhalter, Bremssättel, Bremsschläuche, Führungshülsensatz, Anbausatz (Federn), Bremsscheiben, Bremsbeläge, Radlager, Spurplatten (je nach dem), Radlagerfett, Bremsflüssigkeit, Schraubensicherung.

Und dann kann es auch schon los gehen 😉 . Ich habe erstmal auf einer Seite alle Teile zur Probe montiert (ist auch in den Bildern so zu sehen) und musste die Bremsstaubbleche etwas anpassen (Flex), dann passte es aber gut zusammen und machte soweit keine Probleme (alles ist freigängig und hat genug Platz).

Der komplette Umbau hat mich dann einen entspannten Samstag gekostet und lief ungefähr in folgenden Schritten ab:

Alte Bremse demontieren, die neuen Radlager in die neuen Gehäuse einbauen (ich hab immer noch ein paar alte Lagerschalen zum Einpressen – siehe Fotos), und die Gehäuse montieren. Dabei nach Leitfaden die Radlager anziehen, immer schön drehen, dann wieder lösen, bis man die Anlaufscheibe mit dem Schraubendreher verschieben kann, dann die Mutter mit einer Kerbe sichern.

Dann kann man die Bremssatteladapter schonmal anschrauben, um die Halter selbst daran mit Schraubensicherung zu befestigen. Der Adpater samt Halter kann aber erst final montiert werden, wenn die Bremsscheibe drauf ist. Also Halter mit Adpater wieder runter. Jetzt muss zuerst der Zentriering auf das Radagergehäuse und danach erst die Fettkappe wieder drauf (hab ich natürlich falsch gemacht 😉 ).

Nun kann die Bremsscheibe aufgesetzt werden. Dabei hatte ich das kleine Problem, dass die vorgebohrten Löcher für die Fixierung der Bremsscheibe nicht ganz passten. Ich hab dann das Loch in der Scheibe auf 8 mm aufgebohrt, danach ging die Schraube dann rein, war aber natürlich nicht mehr bündig einzuschrauben. Die Flex hat dieses Problem gelöst und etwas schwarzer Hitzelack sollte schlimmeres Gammeln am Schraubenkopf verhindern 😉 .

Dann kann der Sattelhalter final am Achsschenkel montiert werden, ich hab die Schrauben mit Schraubensicherung eingesetzt und mit den 270 NM angezogen, die auch die Originalschrauben an der Stelle bekommen.

Jetzt noch die neuen Bremssättel vorbereiten, die neuen Beläge einsetzen, die Führungshülsen mit dem mitgelieferten Silikonfett einsetzen und den Sattel anschrauben. Ich hatte zur Probe ja schonmal eine Seite montiert, daher war die werksseitig aufgetragene Schraubensicherung zum Teil schon wieder runter und ich hab, zumindest auf der Seite, nochmal mit etwas hochfester Sicherung nachgearbeitet.

Zu guter Letzt können die neuen Schläuche montiert werden. Wenn man die Schläuche von Epytec mit bestellt, dann ist ein kleines Adapterteil für die Verbindung vom Bremsschlauch zum Sattel dabei. Dieses ist asymetrisch, also bitte auf die Einbaulage achten, sonst wird der Anschluss am Sattel nicht dicht (hab ich natürlich auch erst falsch gemacht und beim zweiten Sattel gesehen, dass die Teile nicht symetrisch sind… aber dafür mache ich ja die Fehler, um Sie Euch hier zu berichten und damit Ihr sie dann nicht machen müsst 😉 ). Man sieht dem Teil an wie rum es montiert werden muss, es gibt einen etwas flacheren und einen etwas spitzeren Teil, nur einer passt optimal an den Schlauch (auf den Fotos ist er genau verkehrt herum!!! Das musste ich dann nochmal auseinander nehmen und umdrehen… schöne Sauerei mit der ganzen Bremsflüssigkeit 😉 ).

Wenn man die Schläuche fast parallel zum Rad nach hinten zeigen lässt, dann liegen Sie bei vollem Lenkanschlag in beide Richtungen nirgends an, das musste ich auch erstmal ein bisschen ausprobieren… auf den Fotos sind die Schläuche noch nicht ganz so weit gedreht wie ich sie jetzt zum Schluss drin habe.

Dann muss natürlich alles ordentlich entlüftet werden und der Bremsflüssgkeitsstand im Behälter muss anschließend stimmen. Wie gesagt eine Probefahrt steht bei mir noch aus, aber ich freu mich schon sehr darauf.

Alles in allem ein durchaus machbarer Umbau für jemanden der schonmal an einer Bremse rumgeschraubt hat 😉 …wie gesagt, hat mich die Aktion einen entspannten Samstag gekostet (aber die Fotos haben mich auch mal wieder aufgehalten, für die 2. Seite hab ich ungefähr 1,5 Stunden gebraucht 😉 ).

Was kostet der Spaß? Tja, ein bisschen ist das davon abhängig, ob man die Sättel und Halter neu kauft oder gebraucht (geht ja auch), welche Qualitäten man einkauft (ich bin da eher bei den “teureren” Markenteilen) und zu welchem Kurs. Ich hab die ganzen Teile am “Black Friday” online mit 25 % Rabatt geordert und in Summe für alles rd. 800 Euro bezahlt. Ich denke man muss mit knapp 1.000 Euro insgesamt rechnen wenn man ausschließlich Neuteile von namhaften Herstellern nimmt, damit sollte man gut hinkommen.

So, viel Text, hier sind dann natürlich noch ein paar Fotos von der ganzen Aktion, viel Spaß beim eigenen Umbau:

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