2—Umbau VW T3 auf Westfalia Hochdach

 

 

    Beim Aufbau von Dumbo sollte ursprünglich das Hubdach (Pilzdach) von unserem Dicken wieder verbaut werden. Da wir uns allerdings schon länger ein Hochdach wünschten, haben wir kurzentschlossen den Wunsch in die Tat umgesetzt.

 

    Ein geeignetes Spenderfahrzeug mit Hochdach (originaler VW T3 Joker) haben wir über einen Bekannten der Schraubergrufties ergattert. Die Karosserie war nicht mehr zu retten, aber das Westfalia Stufenhochdach schien noch brauchbar zu sein. Also haben wir an einem schönen Samstag das Spenderfahrzeug abgeholt. Dank meines jetzigen Schrauberkollegen Jo (damals kannten wir uns gerade mal eben so) hatten wir an dem Tag ein adäquates Zugfahrzeug.

 

 

    Kaum angekommen, haben wir mit der Demontage des Hochdaches begonnen. Das Hochdach hat original einen um 90° abgewinkelten “Steg”, der in der Regenrinne des Busses aufliegt. Dieser wird durch ein ebenfalls um 90° abgewinkeltes Blech entlang der Regenrinne gesichert. Am Heck sitzt ein Blechelement, dass im Hochdach einlaminiert und mit der Karosse mehrfach vernietet ist. Zusätzlich ist das Dach rundherum verklebt.

 

    Das Blech haben wir mit einem Schraubendreher entlang der Regenrinne aufgebogen. Die Nieten des Heckbleches wurden aufgebohrt. Anschließend haben wir an einer Ecke (vorne über der Scheibe) begonnen, das Dach von der Karosse mit Meisseln, Stecheisen und Schraubendrehern abzuhebeln und somit zu lösen. 

 

 

    Offensichtlich hatten wir Glück und das Dach löste sich so langsam Stück für Stück von der Karosse. Das kann wohl bei gutem und intaktem Kleber durchaus schwer werden, da muss man dann wohl noch mit einem Cuttermesser den Kleber einschneiden. Bei dem Spenderbus war der Bereich um die Klebestellen doch bereits stark verrostet, und dadurch hat sich das Dach nicht sonderlich gewehrt.

 

 

     Bei Dumbo wurde zwischenzeitlich der “kleine” Dachausschnitt hergestellt. Wir haben dabei die maximal mögliche Blechfläche zwischen den beiden Sicken auf dem Dach herausgeschnitten. Diesen Ausschnitt haben wir gewählt, weil keine weiteren Versteifungen oder sonstigen Anpassungen an der Karosse ausgeführt werden müssen und uns der Ausschnitt vollkommen ausreicht. 

 

 

    Anschließend erfolgte die Vorbereitung des Hochdaches für den Umbau. Zuerst haben wir alle Kleberreste vom Hochdach und das einlaminierte Abschlussblech entfernt. Die Dachluke war bereits defekt (bzw. nur noch in Teilen vorhanden), deshalb haben wir uns eine neue “Fiamma Vent Crystal” in der Größe 50 x 50 cm geordert und den vorhandenen Ausschnitt entsprechend vergrößert. Dann wurde das Dach schon einmal geschliffen. 

 

 

    Nach diesen Vorarbeiten wurde das Dach probehalber auf einen Bus gesetzt und an die Standardkarosse angepasst. Das hieß in unserem Fall viel Schleifarbeit, besonders an der Stelle über der Frontscheibe und im Heckbereich. Den GFK-Steg des Hochdaches über der Frontscheibe haben wir komplett beseitigt, da dort das Dach des Westfalia Busses eine andere Form hat. Den Steg an den Seiten haben wir zum Einkleben stehen gelassen. Es soll auch ohne den Steg gehen, da das Dach seitlich am Blechdach verklebt wird und nicht nur in der Regenrinne.

 

    Nach mehrmaligem Rauf… Runter… Schleifen… saß das Dach ganz vernünftig auf dem neuen Bus. Gerade im vorderen Bereich ist es sehr wichtig, dass das GFK-Dach sauber und bündig am Blechdach anliegt, da hier nur verklebt wird. Am Heck haben wir zusätzlich zwei Blechwinkel am Blechdach angeschraubt, um das Hochdach daran zu vernieten. 

 

 

    Nachdem das Blechdach bereits vorab lackiert und das Hochdach grundiert war, begann der Dachaufbau. Insgesamt haben wir ca. 11-13 Tuben Sikaflex UV-beständig (ich glaube Nr. 252) verarbeitet. Davon wurden ca. 2,5 Tuben je Längsseite und ca. 1 Tube je Querseite aufs Blechdach bzw. auf das Blech seitlich an der Regenrinne gedrückt. Dann wurde das Hochdach aufgelegt und festgezurrt. Sofort im Anschluss sind von innen nochmal ca. 2-3 Tuben Sikaflex zwischen das Hochdach und das Blechdach gedrückt und mit dem Finger glatt gezogen worden. Am nächsten Tag, nach dem Aushärten, wurde von außen nochmal eine ordentliche Naht mit ca. 2-3 weiteren Tuben Sikaflex in die Regenrinne gelegt und vorne sowie hinten sauber verfugt. 

 

 

    Die vorhandenen Hochdachspriegel haben wir abgeschliffen, mit Fertan behandelt und anschließend grundiert und lackiert. Das bereits aufgeklebte Hochdach war ohne den Einsatz eines Spriegels recht instabil, also haben wir im mittleren Bereich den Hochdachspriegel genommen, entsprechend gekürzt und mit Blechwinkeln auf dem Blechdach befestigt. So ist das Dach jetzt auch bei Seitenwind stabil und ich muss mir keine Sorgen machen, dass durch das “Flattern” des Daches die Sikanähte vielleicht reißen. Den Spriegel hab ich einfach ganz knapp abgeschnitten,so dass er sich kräftig gegen den Xtrem-Isolator drückt.

 

    Den vorderen Spriegel wollte ich eigentlich auch einsetzen, aber wegen der engen Platzverhältnisse zwischen dem originalen Blechdach und dem Hochdach hab ich das dann verworfen. Im vorderen Bereich hätte mir der Spriegel einfach zu viel Platz weggenommen und die Luke zum vorderen Stauraum mißt dann nur noch 20 cm. Das Dach ist aber auch ohne den vorderen Spriegel recht stabil. 

 

 

    Anschließend ging es an den Innenausbau. Der war m.E. nach am aufwendigsten, da ich auch noch das Blechgestell für die Verkleidungsplatten angepasst, neue Platten zurecht geschnitten und eingebaut habe. Im vorderen Bereich haben wir auf ähnliche Art eine Unterkonstruktion aus Rigipsprofilen gebaut. Vorher wurde das ganze Hochdach mit Xtrem-Isolator neu gedämmt.

 

    Das Zuschneiden der neuen Verkleidungsplatten hat mich echt fertig gemacht und am besch… war es vorne über dem Fahrerhaus, da dort wegen der Original-Dachhaut nur noch wenig Platz ist. Im Bereich der Dachluke und unter dem Blechdach (dort zur Befestigung der Deckenverkleidungsplatten vom Wohnraum) haben wir Holzlatten angebracht. Die Latten habe ich zuvor auf Spannung gebracht und ein paar Tage gewässert, damit sie die Wölbung des Blechdaches annehmen.

 

 

    Da das Blechdach im hinteren und vorderen Bereich stehen gelassen wurde ist im Hochdach auch weniger Höhe als im originalen Westfalia-Bus. Beim Original liegt die Bettkonstruktion in der Höhe der Regenrinne auf und läuft gerade durch. Das Blechdach wölbt sich in der Mitte ca. 10 cm nach oben, die dann in der Höhe im Vergleich zum Original fehlen. Deshalb nutzen wir das Dach ausschließlich als Stauraum, eine Bettkonstruktion war nie vorgesehen.

 

    Zur Absicherung haben wir ein Gepäcknetz eingebaut, dass aus einem VW Golf 3 Variant stammt. Ursprünglich hatte ich den Plan, das Teil samt Einrollmechanismus einzubauen, aber dann hat man immer eine recht hohe Kante, über die der Kram gewuchtet werden muss. Also habe ich das Netz einfach von dem Rest abgeschnitten und unten mit ner Blechleiste aus dem Baumarkt an der Bodenplatte verschraubt. Zur oberen Befestigung sind da, wo der Hochdachspriegel verläuft, seitlich zwei Halterungen angebracht. Das sind in unserem Fall Regalbodenhalter aus dem Baumarkt (eingeflext).

 

    Wir haben das Hochdach mit beschichteten MDF-Platten verkleidet. Die seitlichen Ablagefächer im Stehbereich haben sich automatisch ergeben. Die Bodenplatten liegen in der Mitte auf dem Blechdach auf und sind an der Seite mit Holzlatten unterfüttert (wegen der Wölbung). Wenn die Bodenplatte eingesetzt ist, dann kommt im Bereich des Dachausschnittes die Platte gerade heraus und an den Seiten entsteht viel “Luft”, die irgendwie überbrückt werden muss. Ich habe deshalb einfach eine Verkleidung vorne und hinten vor die Bodenplatten geschraubt, die schon mal die Wölbung nach unten mitmacht. Anschließend habe ich vor die Seiten auf gleicher Höhe senkrecht eine Platte geschraubt und schon hat man ein prima Fach für Kleinkram.

 

    Für den Übergang von den Verkleidungplatten zum Fenster haben wir eine weiße PVC-Tischdecke aus dem Baumarkt mit doppelseitigem Klebeband angebracht. Diese ist unter die Platten geschoben und mit Sekundenkleber an die Dichtung des Fensters geklebt. Der Rest ist mit Kunststoff-Sockelprofilen (von der Rolle aus dem Baumarkt: Bereich Fußbodenleisten) verkleidet. Der Übergang zum Ausschnitt nach unten ist ebenfalls mit diesem Profil verkleidet. Bei der Verarbeitung dieser Profile wirkt eine Heißluftpistole echte Wunder beim Anformen. Diese Profile sind angeblich selbstklebend, aber auf den beschichteten Platten hat das nicht funktioniert. Auch die Temperaturschwankungen und die Fahrzeugvibrationen haben die Profile immer wieder gelöst – bis wir sie komplett mit Sekundenkleber verklebt haben. Das hält nun schon seit ca. 1,5 Jahren.

 

    Die übrigen Kantenprofile sind vom Reimo-Händler (eigentlich für 4mm Plattenstärke). Die Seitenverkleidungen sind allerdings nur 3mm stark, außer den Senkrechten für die “Fächer” (5 mm). Die Leisten passen aber in beiden Fällen. Die Bodenplatten sind übrigens 13 mm stark. 

 

 

    Zu guter Letzt mussten wir dann noch zum TÜV. Dort wurde lediglich die neue Höhe gemessen und dann das Hochdach eingetragen (mit einem Zusatz: “Stehhöhe 1,90m” – für die WoMo-Zulassung beim Finanzamt). Im forumvwbus findet man über die Suche eine Einbauanleitung von Westfalia, die haben wir dann noch mitgenommen und vorgelegt. 

 

    Wir haben den Umbau im Zuge der Erstellung von Dumbo bei den Schraubergrufties aus Eckernförde gemacht und möchten uns an dieser Stelle nochmal herzlich für die Hilfe bedanken.

 

 

 

    Und für alle Interessierten noch ein paar Bilder vom Dachbereich des Spenders. Dazu möchte ich erwähnen, dass, als das Hochdach noch drauf war, die Regenrinne außen nur leichten Rostansatz gezeigt hat.

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